LED Uhrenecke (Teil C) von StrikesAndSpares: Service, Information und Modulreparatur
 
 

C1) Ist meine Uhr reparabel?

Die Chancen stehen nicht schlecht, falls die Uhr defekte Transistoren aufweist oder der Schwingkreis defekt ist - leider ist dies nicht so oft der Fall, und der Grund für fehlende Segmente oder komplett ausgefallenen Modulen ist häufig die ausgelaufene Batterie.

Falls Sie denken, daß der IC immer noch funktionstüchtig ist, gibt es nur eine Möglichkeit: Große Elektronikfirmen bieten teilweise einen Service zu Bondierung an. Sie ersetzen dann fehlende oder beschädigte hauchdünne Leitungen zwischen IC und Platine der Uhr. Bei Pulsarmodulen der Reihe 201 oder 301 bzw den vergleichbaren Modellen von Omega Nr. 1600 und 1601 ist dies schwer zu bewerkstelligen, da der IC unter einem Keramikkörper fest mit der Platine verlötet ist.

C2) Reparaturservice..

Der Reparaturservice kostet 95,00 EUR plus Porto. Die Anzeige sollte nicht gerade "18:88" anzeigen. Gute Reparaturfälle sind eine "1:" oder irgendeine Nummer (z.B."0") oder irgendein seltsames Zeichen (z.B."F") auf nur EINEM der 4 Segmente. Falls Sie nicht sicher sind, fragen Sie nach - dies kostet nichts! Falls die Uhr nicht wieder zum Leben erweckt werden konnte, ist dieser Service bis auf das Porto kostenfrei. Service hauptsächlich für die folgenden Module: Pulsar: 10X, 20X, 30X, 40X, Omega: 160X. Falls sich der Fehler schwer beschreiben läßt, senden Sie bitte einfach ein Foto mit. Dies hilft manchmal schon im Vorfeld, eine Reparatur auszuschließen und so das Porto zu sparen.

C3) Wie funktioniert eine solche Uhr?

Prozessor und Takt:

Herzstück einer LED-Uhr ist ein kleiner Microprozessor, der für alle Funktionen der Uhr zuständig ist. Er beinhaltet im Normalfall (Außnahme sind beispielsweise Taschenrechneruhren) den Rechner, der sich Akkumulator nennt, einen kleinen Speicher, einen Resetschaltkreis zum Zurücksetzen aller Funktionen sowie mehrere Ein- und Ausgabeports (auch unter dem Namen I/O Ports bekannt), die als Eingabeports beispielsweise andauernd die Schalter einer LED-Uhr in einer Endlosschleife abfragen und als Ausgabefunktion die LED-Matrix steuert.Da frühere Microprozessoren nicht in der Lage waren, den Takt intern zu erzeugen, wird dies durch einen externen 32,786 Khz Quarz realisiert. Dieser Takt, auch Prozessortakt genannt, wird durch interne Teiler der Uhr auf den späteren 1Hz Takt (also eine Schwingung pro Sekunde) heruntergerechnet.

 

 

 

Das Matrixprinzip:

LED Uhren funktionieren generell nach dem Matrixprinzip. Stellen Sie sich vor, jeder Balken eines Segmentes einer LED-Anzeige müßte einzelnd angesteuert werden. Bei unten abgebildetem Modul wären dies pro Segment 7 Balken. Eine Pulsar Uhr mit einem 201 oder 301 Modul verfügt jedoch über 3 komplette Segmente à 7 Balken und die "1", dargestellt durch 2 Balken sowie die beiden Punkte, die ebenfalls getrennt schaltbar sind. Die Uhr müßte also allein um alle Balken und die beiden Punkte getrennt anzusteuern über 25 Ein und Ausgabeports, exclusive der Schalter verfügen. Um diesen Kosten und der erheblich aufwendigeren Anschlußbelegung zu entgehen, wurde das Matrixprinzip eingeführt. Dabei sind alle gleichen Balken der Segmente zusammengeschaltet. Beispielsweise alle oberen rechten Balken usw. Sie werden einwenden, daß aufgrund der durchgehenden Leiterbahnen von gleichen Balken bei einer Ansteuerung durch den Prozessor alle gleichen Balken jedes Segmentes aufleuchten. Das wäre auch richtig, jedoch hat jedes Segment eine eigene Datenleitung. Falls also eine "7" auf Segment 3 (von rechts) dargestellt werden soll, also die beiden rechten Balken und der obere aufleuchten sollen, wird vom Prozessor der Ausgang zu Segment 3 und zu den entsprechenden Balken angesteuert. Alle anderen Segmente bleiben dunkel, da zwar die Balken vom Prozesor angesteuert werden, nicht jedoch das Segment. Nun möchte man z.B. um 17:32 nicht nur die 7 im Segment 3 ablesen können, sondern auch die anderen 3 Ziffern. Dies geschieht nun, indem bei der Matrixschaltung der Reihe nach von einem Segment auf das nächste geschaltet wird. Zunächst wird also um 17:32 die "1" auf Segment 4, dann die "7" auf Segment 3, dann die "3" auf Segment 2 und schließlich die "2" auf Segment 1 dargestellt. Dies verläuft so schnell hintereinander, daß es für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, üblicherweise mit 50Hz, also 50mal pro Sekunde.

Weitere Bauteile:

Auf einigen Modulen befindet sich zudem eine Photozelle, die in Abhängigkeit des einfallenden Lichtes die Helligkeit des Displays steuert. Kleine Potentiometer wie sie auf dem abgebideten Modul unten links zu erkennen sind, sind für die Feineinstellung der Ganggenauigkeit der Uhr zuständig. Die 7 Treibertransistoren oben im Bild verstärken das Ausgangssignal des Prozessors, da die Leistung eines leuchtenen LED-Balkens nicht vom Prozessorausgang aufgebracht werden kann. Die Schalter sind im Falle der 201/301 bzw 1600/01 Module in Form von Reedkontakten ausgebildet.

 

 

C4) Welche Batterien passen?

Verwenden Sie Batterien vom Typ LR44 (billig) oder Batterien Nr. 357. Diese passen zwar nicht in die großen Batterieaufnahmen der Pulsar / Omega / Hamiltonuhren, aber der Druck zwischen Deckel und Modul ist hoch genug, daß mir diese auch im Alltagsbetrieb noch NIE verrutscht sind. Wem das zu unsauber ist, kann Abstandshalter verwenden. Dabei verwendet man ein Kunststoffrohr mit dem Innendurchmesser einer 357er Zelle. Schneidet man dies in sehr dünne Scheiben, so läßt sich die Batterie paßgenau einsetzen. Auf Internetauktionen werden diese sogenannten "Spacer" häufig angeboten. Überlegen Sie sich, ob sie ihren Preis wert sind.

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